ZAUN / GALERIE MELIKE BILIR / 2012

Der Wortlaut >Zaun< ist seit dem Althochdeutschen erhalten geblieben.
Etymologisch hat das Wort seinen Ursprung im Vorgermanischen und steht für fertigmachen, zubereiten, erhielt dann im Indogermanischen die Bedeutung Stadt, befestigte Stadt, im Germanischen die Bedeutung Einfriedung, umfriedeter Platz; und im Althochdeutschen schließlich die Bedeutung Gehege, Verschanzung. Das heutige Verständnis des Wortes bezieht sich eher auf die Begrenzung eines Raumes. Der Zaun, als eine Form von Einfriedung. Aus den etymologischen Ursprung und dem Verlauf seiner Bedeutung wird jedoch deutlich, dass das Wort vielmehr einen Raum selbst bezeichnet hat, als dessen Begrenzung. Vermutlich ergab sich das Verständnis einer Eingrenzung aus der Notwendigkeit der Abgrenzung, um einen eigenen Bereich definieren zu können, in welchem das eigene Recht herrscht. Zäune sind demnach Vorrichtungen, die nach ihrem wesentlichen Zweck der Sicherung des Grundstückes gegen unbefugtes Betreten oder Verlassen dienen, um eine ungestörte Nutzung des Grundstückes zu gewährleisten. Die Ausstellung kreist um ein Grundthema: Absperrungen im öffentlichen Raum, die noch unkultivierte, unfertige, brachliegende Gebiete abgrenzen. Das wirft Fragen auf: Wem gehören diese (Frei)-Flächen, und warum werden sie von der Öffentlichkeit abgegrenzt? Warum wird so versucht unkontrollierte Nutzungen zu verhindern? Die Zukunft dieser Areale ist nur scheinbar offen. Denn rhetorisch gefragt: Wer wird sich an der Gestaltung beteiligen und in welcher Form?

Rauminstallation mit elf Zaunelementen und vier Photographien in der Galerie Melike Bilir / 2012

The German word for "fence" (Zaun) has been preserved since old high German. Etymologically, the word has its origin in pre-Germanic languages and meant ready to make or prepare; in Indo-European it received the meaning of city or fortified town (Translator's note: in this sense the word is linguistically related to the English word "town"); in Germanic it described an enclosed place; and in Old High German it finally gained the meaning of enclosure and fortification. However, today's understanding of the word refers to the boundary of an area. The fence is a form of demarcation. However, it is clear from the etymological origins and the history of its meaning that the word denotes space itself rather than the limitation placed upon it. Presumably there was an understanding of a perimeter out of the necessity of distinguishing an area in which one's own laws reign supreme. Accordingly, fences are devices used for their essential purpose of securing plots of land against unauthorized entry or exit in order to ensure the uninterruptible use of the piece of land. The exhibition revolves around a basic theme: barriers in public spaces that demarcate uncultured, unfinished and fallow areas. This raises questions: who owns these (empty) spaces, and why is the public prevented from accessing them? Why is uncontrolled usage being prevented? The future of these areas is apparently open. Rhetorically speaking: Who will be involved in their design and to which degree? These eleven fence elements were removed from Hamburg's public space for the exhibition in 2012.

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www.MELIKEBILIR.com

Foto Sebastian Asiedu

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